2 Kommentare

  1. Ich denke, der extreme Preisverfall der Spiele hat ganz einfach mit der unglaublichen Masse an Neuerscheinungen zu tun. Ich sehe es bei meinem Sohn. Da wird mal der eine Arena-Shooter gespielt, weil er ja so supertoll ist. Wenige Monate später wird er aber links liegen gelassen, weils ja wieder etwas neues gibt. Ich bin echt froh, dass ich aus dem “Ichwillimmernurdasneuestespielen”-Alter entwachsen bin und einfach spiele, was mit Spaß macht.

    An Lootboxen werden wir uns wohl oder übel gewöhnen müssen – viel zu viel Umsatz wird dadurch generiert. Einzige Hoffnung wäre ein Riegel des Gesetzgebers. Hat damals auch bei den Telefon-Quizshows recht gut funktioniert. Glücklicherweise beschränken sich die Lootboxen bzw. Mikrotransaktionen in Vollpreistiteln derzeit noch auf sehr wenige Publisher und ist noch nicht die Regel, daher sehe ich das recht entspannt. Vor allem auch, da mich die “betroffenen” Spiele ohnehin nicht interessieren.

    Früher war der Bereich Videospiele bei weitem nicht do stark kommerzialisiert wie heute. Ein riesiges Budget für Entwicklung und das Gleiche nochmals für Marketing sind heutzutage die Regel. Diese Ausgaben muss man mal wieder einnehmen. Leider ist dies auch der Grund, warum (Indietitel mal ausgenommen) so gut wie keine innovativen Spiele erscheinen. Da wird lieber auf Altbewährtes gesetzt und der 98. Assassins Creed herausgebracht. Das Problem gabs damals nicht in diesen Dimensionen. Da wurde ein Spiel von einer Hand voll Leuten entwickelt und gut wars.

    Die Preisgelder bei so manchen DotA 2 Turnieren haben jetzt schon Höhen erreicht, bei denen mir nur die Ohren schlackern. Dass Spieler irgendwann wie Fußballer gehandelt werden, denke ich jedoch nicht. Ich vermute, dass sich hier wenig tun wird – bis auf die Höhe der Preisgelder. So wie es bei Pokerturnieren.

    Alles in Allem sehe ich die Videospielzukunft nicht allzu schwarz. Klar wird sich einiges tun und ja, es wird viel Mist dabei sein. Es kann aber auch ganz schnell gehen, dass Publisher von der Bildfläche verschwinden – siehe THQ. Das ist nun wieder das Positive an der riesigen Auswahl an Spielen: Es gibt immer genügend lootboxfreie Alternativen, auch heute schon.

    1. Author

      Es bleibt auf jeden Fall spannend. Wär hätte in den 80er Jahren schon ahnen können, dass z.B. ein World of Warcraft in besten Zeiten ca. 12 Millionen Spieler hat und dadurch um die 130 Mio Euro im Monat eingenommen werden. Insofern kann wirklich alles passieren. Interessant wird es zu sehen, wie mit den Casual Gamern umgegangen wird und ob wir auch noch in 30 Jahren genügend Futter bekommen. Vielleicht gibt es im Jahr 2050 auch Retrospiele, die von heutigen 20 jährigen programmiert werden. Ob ich mit 72 Jahren aber noch fit genug bin? 🙂

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