Unendliche Weiten

Schon in meiner Kindheit, verfolgte ich gespannt die Abenteuer der Raumschiffs Enterprise und seiner Crew. Fremde Welten, neue Zivilisation und jede Menge „alltägliche“ Probleme. Oft träumte ich davon, selbst ins Weltall zu reisen und mich auf die Suche nach unentdeckten Planeten zu begeben. Notentechnisch hat es nie gereicht, um eine Laufbahn als Astronaut einzuschlagen. Dafür war ich schlicht und ergreifend zu faul. Also blieb mir nichts anderes übrig, als Bücher zu lesen und mir Science Fiction Filme anzuschauen. Besser als gar nichts.

Die ersten Computerspiele zum Thema Raumfahrt, hauten mich jetzt nicht gerade vom Hocker. Die Pixelansammlungen, die Raumschiffe darstellen sollten, die durch das Weltall fliegen, hätten auch genauso gut Kühe auf einer Weide sein können. Es bedarf also schon einer gewissen Fantasie, um in das Setting einzutauchen. Davon abgesehen, fehlte der Story Teil meist komplett.
Erst als in den 80er Jahren die ersten Space Quest Teile erschienen, nahm das Thema an Fahrt auf. Wobei hier der humoristische Aspekt deutlich größer war, als alles andere. Dies war wohl zum Großteil den Larry Spielen geschuldet, die zu dieser Zeit bereits große Erfolge verbuchen konnten.

Zwischendurch erschienen dann immer wieder Filmadaptionen in unzähliger Masse. Star Wars und Star Trek boten hier jede Menge Futter, welches teilweise mehr schlecht als recht umgesetzt wurde. Zwar lassen sich auch einige Perlen, wie X-Wing und Tie Fighter finden, aber in der Masse waren es doch eher schlechte Spiele. Zumindest wurde aber weiter an dem Thema gearbeitet.
Ich spielte also fast 30 Jahre lang Science Fiction Spiele und dachte, ich hätte alles Sehenswerte erlebt. Bis dann dieses Jahr „Mass Effect: Andromeda“ erschien. Hier wurde mir plötzlich bewusst, dass eine der besten Spielereihen, in Sachen Weltraum Story, an mir vorüber ging. Klar hatte ich hier und da etwas über die Spielereihe gelesen, aber aktiv gespielt, noch nie. Noch trauriger ist die Tatsache, dass sich die ersten 3 Teile, bereits in meinem Besitz befinden. Im Laufe der Jahre, waren diese wohl mal im einen oder anderen Sale dabei und wurden „für später“ gekauft. Wie so oft bei den Schnäppchen, versauern sie dann aber in der Bibliothek und werden nie angerührt. So eben auch bei Mass Effect.

Jedenfalls kam ich durch die Access-Mitgliedschaft bei Origin, in den Genuss einer 10-stündigen Trial Zeit, für Mass Effect: Andromeda. Dabei war ich so begeistert von der Präsentation der Story, dass ich neugierig wurde. Ich deinstallierte Andromeda wieder und holte mir stattdessen, Teil 1 auf die Platte. Und was soll ich sagen, es war kein Fehler. Klar, in Sachen Grafik ist es jetzt nicht der Kracher, aber dafür hat es ja auch schon 10 Jahre auf dem Buckel. Dafür passt aber die Story wunderbar.

Man wird in eine Welt geworfen, die einen geradezu aufsaugt. Man hat nie das Gefühl, bereits zu wissen, was als Nächstes passieren wird. Viel mehr findet man sich in einem Weltraum-Roman wieder, den man selbst mitgestalten kann. Selten habe ich es erlebt, dass mich eine Geschichte so fesselt. Ähnlich wie bei einer Fernsehserie, möchte man immer wissen, wie es weitergeht. Entdecke ich auf dem neuen Planeten einen Hinweis, der mich näher an die Auflösung der Story bringt? Und dann immer wieder die altbekannte Situation: Eigentlich müsste ich jetzt schlafen gehen….Ach komm, den einen Planeten schaue ich mir noch schnell an. Und schon ist eine weitere Stunde vergangen. Hier noch schnell die Ausrüstung anpassen und schon sind wieder 15 Minuten rum.
Zwar bin ich noch relativ weit am Anfang der Story, aber ich freue mich bereits jetzt auf Teil 2. Gerade, weil sich die Grafik auch deutlich weiterentwickeln wird.
Es gibt zwar auch den einen oder anderen Kritikpunkt, wie z.B. das schlecht strukturierte Inventar, aber den Gesamteindruck kann das nicht trüben.

Ich bin gespannt was die Zukunft bringen wird. Eines Tages in VR durchs All zu fliegen und sich frei auf den Planeten zu bewegen, wird sicherlich kommen. Es bleibt nur zu hoffen, dass ich bis dahin noch fit genug bin.

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